Das Jahr 2010 begann für den Buchmarkt mit einem Umsatzeinbruch. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte Media Control GfK International beauftragt, um Daten für das neue Jahr zu erhalten, relational zum Zeitraum des Vorjahrs. Im Februar, wie auch in den ersten beiden Monaten insgesamt, ging der Umsatz um 3,6 % zurück. In den Vorjahren hatte sich der Buchabsatz noch erstaunlich gut gehalten. Der Kauf von Büchern war auch in der Finanzkrise nicht zurückgegangen.
Besonders betroffen vom Umsatzrückgang ist der Sortimentsbuchhandel: die in Deutschland relativ verbreiteten Händler mit Ladengeschäften. Dort sank der Barumsatz im Februar um 7,2 %, auf beide Monate bezogen um 7,5 %. Das Rechnungsgeschäft musste sogar ein Minus von 10,8 % verbuchen. Offiziell führt der Börsenverein als Grund den strengen Winter an. Für Rechnungsgeschäfte mit Institutionen wie zum Beispiel Universitäten ist die Witterung jedoch nebensächlich.
Ein sehr leichtes Plus von 0,7 % konnte mit Taschenbüchern erzielt werden. Sinkende Umsatze wurden hingegen mit Hardcover Produkten (-5 %) und mit Hörbüchern (-6 %) gemacht. Wie stark von den Käufern auf Preise geachtet wurde, kann man aus diesen Zahlen jedoch nicht isoliert ablesen. Auch die Warengruppen müssen berücksichtigt werden.
Kinder– und Jugendbücher werden überwiegend als Hardcover hergestellt und vertrieben. In diesem Segment sank der Umsatz um 27,5 %. Entweder, so ließe sich spekulieren, waren die Kosten der typischerweise als Geschenk vorgesehenen Bücher zu hoch, oder es fehlte in der Zeit ein Titel, der zum Bestseller taugte. Tendiert man eher zur zweiten Antwort, kann auffallen, wie stark das Segment von aktuellen Bestsellern abhängig ist.
Unbeeindruckt in den ersten beiden Monate des Jahres ist die Belletristik verblieben. Dieses Segment konnte um 5,7 % zulegen. Die Sachbücher sanken im Umsatz hingegen um 4,3 %. Positive Zahlen waren unter den Sachbüchern mit Reiseliteratur (5,7 %), Büchern aus den Geisteswissenschaften, der Kunst und Musik (4,5 %), schließlich mit sozial– rechts– und wirtschaftswissenschaftlichen Titeln (3,9 %) zu machen. Belletristik und sachlich fundierte Information scheint diesen Angaben nach weiterhin gefragt zu sein. Dieses Ergebnis verträgt sich gut mit den weiter angestiegenen Besucherzahlen der Leipziger Buchmesse.














