Die Schrift mit den Löchern

Eine nie­der­län­di­sche Firma hat eine Schrift erfun­den, in der viele win­zige, für das bloße Auge nicht erkenn­bare Löcher sind. Das hat weder ästhe­ti­sche noch sonst­wie künst­le­ri­sche Gründe: Mit Eco­font kann man Tinte spa­ren. Da freuen sich der Geld­beu­tel und die Umwelt.

Die Firma Eco­font mit Sitz in Utrecht hatte eine ebenso cle­vere wie sim­ple Idee: Tinte spa­ren, indem man tat­säch­lich weni­ger Tinte pro Buch­stabe ver­wen­det. Dies wird erreicht, indem die Buch­sta­ben nicht flä­chig gedruckt wer­den, son­dern mit win­zi­gen wei­ßen Löchern. Mit dem blo­ßen Auge ist das nicht zu sehen.
Aus­pro­bie­ren kann das jeder zuhause mit der Free­ware Spranq eco sans regu­lar, die man auf der Home­page www.ecofont.com kos­ten­los her­un­ter­la­den kann. Die Schrift ähnelt im Aus­druck Arial. Die klei­nen Löcher sind bei genauem Hin­se­hen gerade noch zu erken­nen (aber das kann auch an mei­nem beschei­de­nen Dru­cker lie­gen). Für eine Bewer­bung würde ich die­ses Schrift­bild lie­ber nicht ver­wen­den. Für den Haus­ge­brauch – Merk­zet­tel, Manu­skripte, Briefe – ist die Schrift aber alle­mal geeig­net.
Wesent­lich pro­fes­sio­nel­ler wird es mit den Ver­sio­nen von Eco­font, die man käuf­lich erwer­ben kann. Hier­für bie­tet der Her­stel­ler eine Soft­ware an, die in jede belie­bige Schrift­art die typi­schen Ecofont-Löcher ein­fügt. Schon für 15 € bekommt man die Home Edi­tion: Die Eco­font Soft­ware und eine Schrift der Wahl mit Löchern. Für Unter­neh­men gibt es Pakete, die eine Lizenz für eine belie­bige Zahl Schrif­ten und viele Arbeits­plätze beinhalten.

Laut Eco­font kön­nen mit die­sem ein­zig­ar­ti­gen Ver­fah­ren bis zu 25 % Tinte gespart wer­den. Das bedeu­tet eine erheb­li­che Kos­ten­er­spar­nis, die sich gerade für große Unter­neh­men schnell loh­nen wird. Doch auch kleine Betrieb und Pri­vat­leute pro­fi­tie­ren davon. Noch wich­ti­ger als der finan­zi­elle Vor­teil ist mei­ner Mei­nung nach aber der ökolo­gi­sche: Im Jahr 2008 wur­den in Deutsch­land mehr als 100 Mil­lio­nen Tin­ten­pa­tro­nen und fast 30 Mil­lio­nen Ton­er­kar­tu­schen ver­kauft. Diese ver­ur­sa­chen einen rie­si­gen Müll­berg. Die Her­stel­lung der Patro­nen, die meist mit Chips ver­se­hen sind, ist außer­dem kom­pli­ziert und ener­gie­in­ten­siv. Zuletzt sind auch die ver­wen­de­ten Farb­pig­mente nicht immer so bio­lo­gisch abbau­bar wie mein Frühstücksmüsli.

Und zuletzt: Umwelt­schutz ist heute immer auch ein Argu­ment für das Mar­ke­ting. Akti­ver Umwelt­schutz zeigt, dass Ihr Unter­neh­men Ver­ant­wor­tung für die Welt, in der wir leben, über­nimmt. Das ver­mit­telt den Kun­den ein gutes Gefühl. Und gute Gefühle wol­len wir alle.

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