Freie Fonts für freie Designer

Schrif­ten sind das Salz in der Suppe des Designs: Fonts wie Arial (siehe Video) wür­zen eher laff, zu viel Salz sollte man aber auch nicht ver­wen­den. Gut, der Ver­gleich hinkt nicht nur, son­dern hum­pelt auf einem Holz­bein, aber neben der klei­nen und fei­nen Aus­wahl an Brot– und But­ter­schrif­ten eig­nen sich freie Fonts, um zum Bei­spiel einer Spei­se­karte oder einem Pla­kat eine eigene Würz­note zu geben. Wir stel­len auf flyerpilot.de einige Gratis-Schriften vor und machen dem Holz­stumpf Beine.

Eine gute Anlauf-Quelle ist FontSquirrel.com — unter dem Eich­hörn­chen­logo fin­det man das Ver­spre­chen, jede Schrift auch kom­mer­zi­ell hun­dert­pro­zen­tig kos­ten­los nut­zen zu dür­fen. Die meis­ten Fonts erhält man in meh­re­ren Schnit­ten, wie zum Bei­spiel auch die Grotesk-Schrift Yanone Kaf­fee­satz, die einen durch dick bis dünn beglei­tet. Der Name bleibt indes ein Geheim­nis, passt aber zu einem trü­ben, durch­näss­ten Mor­gen im März.

http://www.fontsquirrel.com/fonts/Yanone-Kaffeesatz

Eine der bes­ten Anlauf­stel­len für Gra­fi­ker und Desi­gner im Netz ist das Sma­shing Maga­zine — das stellt ab und an auch freie Schrif­ten vor, zum Bei­spiel in die­sem Arti­kel. Gleich 20 Stück fin­det man dort, das Maga­zin emp­fiehlt den Ser­fi­en­schnitt Con­tra für große Größen.

http://www.dafont.com/contra.font

Eine Regis­trie­rung auf MyFonts.com setzt die Calluna Regu­lar von Jos Bui­venga vor­aus. Dafür erhält man eine her­vor­ra­gend aus­ge­baute Schrift mit 723 Gly­phen, kos­ten­los ist aller­dings ledig­lich die Regular-Variante.

http://new.myfonts.com/fonts/exljbris/calluna/

Pedro Almo­do­var und Fer­ran Adria sind zwei Urge­steine der gar nicht mehr so neuen spa­ni­schen Expe­ri­men­tier­lust — unver­ges­sen bleibt dem Autor eine kata­la­ni­sche Schokoladen-Variation, die den Gau­men mehr als her­aus­for­derte: Scho­ko­lade mit Schin­ken, Scho­ko­lade mit Par­me­san. Das Ganze war hübsch ver­packt und teil­weise am Rande der Genieß­bar­keit. Die Deibi des spa­ni­schen Desi­gners Wete ist aber gar nicht Pfui, im Gegen­teil. Die ver­spielte Schrift kit­zelt ange­nehm die Geschmacksnerven.

http://www.behance.net/Gallery/Deibi-v1_0-free-font/346023
Alberto Rodrí­guez Schrift Gro­teska kommt hin­ge­gen so ver­spielt und luf­tig daher wie Block­scho­ko­lade. Lesen kann man die schon, auch wenn sie nach Genuss zent­ner­schwer im Magen liegt.

http://www.behance.net/Gallery/Groteskaa-Free-Typeface/252559

Geo­me­trisch, abs­trakt, schön: Bada­bum. Erin­nert sich noch jemand an die Fuse-Schriften-Pakete, die man in einer hüb­schen Ver­pa­ckung zwi­schen 1990 und 2000 beim Font-Shop bezie­hen konnte? 90 Pro­zent der Schrift­ex­pe­ri­mente waren schlicht unbrauch­bar, aber Kunst. Das Expe­ri­ment von Jona­than Calugi passt haar­ge­nau in die­ses Schema.

http://www.fontspace.com/jonathan-calugi/badabum


Zum guten Schluss noch eine War­nung:
Dass die Arial ein doo­fer Ver­schnitt der kon­ser­va­ti­ven Hel­ve­tica ist, darf man eigent­lich als bekannt vor­aus­set­zen. Aber wenn es einer schon so schön und ein­drück­lich vor­führt, dann ist das eine Anmer­kung wert. Also, wenn Sie wie­der einen Flyer gestal­ten: Fin­ger weg vom „Pla­giat“. Denn nur das Orgi­nal ist ori­gi­nal, das gilt auch in hege­mann­schen Zeiten.



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