Geschichte des Papiers

„Ein Freund und jahr­tau­sen­de­lan­ger Wegbegleiter“

Wir benut­zen es fast täg­lich, es begeg­net uns jeden Tag – und doch ist es zu einer Selbst­ver­ständ­lich­keit gewor­den, so dass sich nur wenige über die imma­nente Bedeu­tung die­ses Stof­fes bewusst sind. Die Rede ist von Papier. Seit Jahr­tau­sen­den beglei­tet es uns und leis­tet gute Dienste.  Bril­li­ante Tech­ni­ken und Ide­en­reich­tum pur las­sen auf dem unschein­ba­ren Trä­ger Bil­der und Kunst­werke ent­ste­hen, die viele von uns jeden Tag aufs Neue in Erstau­nen versetzen.

Dabei ist der wahre Ursprung die­ses Stof­fes umstrit­ten. Fest steht zwar, dass China als Ent­ste­hungs­land gilt, doch wann genau dort das erste Papier her­ge­stellt wurde, ist nicht ein­deu­tig belegt. Ver­traut man alten chi­ne­si­schen Chro­ni­ken, so habe sich Tsai Lun, ein chi­ne­si­scher Hof­be­am­ter, als ers­ter daran gemacht, Papier her­zu­stel­len. Doch darf ange­zwei­felt wer­den, dass solch ein viel­sei­tig ver­wend­ba­res und kul­tu­rell bedeut­sa­mes Mate­rial in rela­tiv kur­zer Zeit von einer ein­zi­gen Per­son ent­wi­ckelt wurde. Zumal Tsai Luns Papier zum ers­ten Mal im Jahre 105 v. Chr. Erwäh­nung fin­det, man aber Funde nach­wei­sen kann, wel­che aus dem Jahre 200 v. Chr. datiert sind. Da es zuvor bereits papier­ähn­li­che Stoffe gab, ist anzu­neh­men, dass man aus den Erfah­run­gen mit frü­he­ren Stof­fen gelernt hatte, und dank ein wenig Zufall und Ver­such und Irr­tum der neue Trä­ger, Papier, ent­stan­den ist. Nichts­des­to­trotz war es Tsai Lun, wel­cher dem dama­li­gen Kai­ser sein Ver­fah­ren, Papier her­zu­stel­len, präsentierte.

Die For­mel der Papier­her­stel­lung unter­lag lange Zeit strengs­ter Geheim­hal­tung. Bis eines Tages schließ­lich Kriegs­ge­fan­gene Chi­ne­sen in die ara­bi­sche Welt gelan­gen. Bald dar­auf wur­den in den ara­bi­schen Län­dern Papier­müh­len erbaut, durch kul­tu­relle Kon­takte ver­brei­tete sich Papier in Europa und Ame­rika. Über­all auf der Welt ent­stan­den Papier­müh­len, in wel­chen Pflan­zen­fa­sern zu einem uni­ver­sell ein­setz­ba­ren Spei­cher­me­dium ver­wan­delt wurden.

Bis ins 19. Jahr­hun­dert änderte sich an der dama­li­gen For­mel zu Papier­her­stel­lung kaum etwas. Dann aller­dings wurde Holz als Roh­fa­ser ent­deckt. Dadurch kam es zu einer voll­stän­di­gen Umwäl­zung des Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses. Nicht ohne Grund wer­den in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels auch Dis­kus­sio­nen um Papier­her­stel­lung, Ver­brauch und Recy­cling laut. Denn der Ver­brauch des Roh­stof­fes Holz, die zuneh­men­den Rodung der Wäl­der und der Was­ser­ver­brauch, wel­cher bei der Papier­her­stel­lung anfällt, blei­ben nicht ohne Folgen.

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