Das iPad Teil I: Starker Auftritt

Das War­ten ist vor­bei, zumin­dest in Ame­rika: Das iPad ist dort ab sofort zu haben, erste Test­be­richte ste­hen nun eben­falls bereit. Die Revo­lu­tion kann also begin­nen, denn der „übergroße iPod touch“ kann mehr, als manch Kri­ti­ker ver­mu­tet.
flyerpilot.de beant­wor­tet vor dem Deutsch­land­start in einer klei­nen Serie die wich­tigs­ten Fra­gen rund um das iPad: Für wen ist es geeig­net, wel­che Ein­schrän­kun­gen muss man der­zeit in Kauf nehmen?

Schlan­gen in Amerika

App­les US-Webseite zum iPad-Start

Der Ver­kaufs­start in Ame­rika dürfte App­les Erwar­tun­gen erfüllt haben – vor den Apple Stores bil­de­ten sich lange Schlan­gen, die in zwei geteilt wur­den. Jene, die recht­zei­tig reser­viert hat­ten, durf­ten recht schnell ihr Gerät in Emp­fang neh­men. Aber auch „Spon­tan­käu­fer“ kamen zum Zuge, vor­aus­ge­setzt, sie waren recht­zei­tig da. Das erste Gerät habe aber der Münch­ner Richard Gut­jahr erstan­den, der pro­fes­sio­nelle War­te­schlan­gen­kö­nig Greg Packer stand ohne Reser­vie­rung schlicht in der fal­schen Schlange. Ins­ge­samt hat Apple am ers­ten Tag bis Mit­ter­nacht über 300.000 Geräte ver­kauft, wie der Her­stel­ler per Pres­se­mit­tei­lung bekannt gibt. Die Käu­fer waren nicht aber auch danach nicht untä­tig, eben­falls am ers­ten Tag haben sie 1 Mil­lion Apps und 250.000 E-Books gela­den. Das iPad werde „das Spiel ver­än­dern“, sagt Steve Jobs.

Auch der trick­rei­che Apple-Gründer Steve Woz­niak – The Woz – reihte sich in die Ver­kaufs­schlange ein

In Deutsch­land könnte am 24. April der Stich­tag sein – das ver­mu­tet die der­zei­tige Gerüch­te­kü­che. Flyerpilot.de geht der Frage nach, für wen sich der „Bil­der­rah­men mit Zusatz­funk­tio­nen“ eig­net, und ob das iPad das Zeug dazu hat, tat­säch­lich das Spiel zu ver­än­dern und die nächste Com­pu­ter­re­vo­lu­tion auszurufen.

Apple ist keine Sekte – nein, nicht doch. Apple-Mitarbeiter in Salt Lake City klat­schen Beifall

iPad, die Stär­ken und die Konkurrenz

Eines hat das iPad zur Zeit allen Tablet-Mitbewerbern vor­aus, auch dem „mys­ti­schen“ WePad, das mit star­ker Tech­nik punk­ten will: die Akku­lauf­zeit. Erste Tests wider­le­gen die von Steve Jobs ver­spro­che­nen zehn Stun­den, aller­dings posi­tiv. Boing­Bo­ing hat in einem Test ganze zwölf Stun­den Lauf­zeit mit einer Akku­la­dung fest­ge­stellt, bei inten­si­ver Nut­zung. Das heißt Videos schauen, im Web sur­fen und spie­len. Zudem haben die Tes­ter nicht an der Bild­schirm­hel­lig­keit „gespart“ und sie auf die höchste Stufe gestellt.

Der Grund für das gute Ergeb­nis: Apple spen­diert dem iPad gleich zwei Akkus, zudem dürf­ten zwei wei­tere Fak­to­ren eine Rolle spie­len. Apple hat inzwi­schen genü­gend Erfah­run­gen mit mobi­len Gerä­ten wie iPods und iPhone, als wei­te­rer Ener­gie­spa­rer dürfte die Pro­zes­sor­ein­heit zu nen­nen sein, die auf 256 Mega­byte Spei­cher auf dem Chip zugrei­fen kann. Die ist keine von der Stange, son­dern Frucht der P.A. Semi-Übernahme im März 2008. Schon damals mach­ten Gerüchte um ein Apple Tablet die Runde. Inzwi­schen soll Apple auch Intrin­sity über­nom­men haben – das Unter­neh­men kennt sich laut Ars Tech­nica bes­tens mit ARM-Chips aus und hat den Cor­tex A8 zum Bei­spiel für Samsung ange­passt. Steve Jobs scheint sich aus der Umklam­me­rung der Pro­zes­sor­her­stel­ler befreien zu wol­len, um opti­mal ange­passte Rech­ner­her­zen für die eige­nen Platt­for­men ein­set­zen zu können.

Das hat beim iPad offen­sicht­lich aus dem Stand her­aus geklappt, denn bis­her sind sich die Tes­ter einig, dass der 1 Giga­hertz A4-Chip ordent­lich Leis­tung bringt. Ein ers­ter Hardware-Test des Twitterific-Programmierers Craig Hocken­berry ergibt denn auch, dass das iPad bei nati­ven Pro­gram­men dop­pelt so schnell ist wie das iPhone 3GS. Auf jeden Fall wird es für die Kon­kur­renz nicht ein­fach wer­den, bei der Hard­ware gleichzuziehen.

iPad-Start in New York

Das weiß auch der Microsoft-Chef Steve Ball­mer, des­sen Tablet-Vorstellung auf der CES im Januar unge­wohnt lust­los wirkte. Kur­zer­hand über­nahm Ball­mer den Namen Slate für die bis­her glück­lo­sen Tablet-PCs – kurz vor Jah­res­wech­sel hat die Gerüch­te­kü­che für App­les iPad noch auf iSlate gesetzt. Eine dif­fuse Ankün­di­gung eines HP-Tablets, das irgend­wann in die­sem Jahr erschei­nen soll, run­dete die Ballmer-Präsentation ab. Sein Ver­such, Apple viel­leicht wenigs­tens etwas Wind aus den Hype-Segeln zu neh­men, darf man als miss­lun­gen bezeichnen.

Im zwei­ten Teil gehen wir in die Tiefe: Für wen ist das iPad eigent­lich geeig­net, wer kann weni­ger damit anfangen?



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