Kunst aus der Handy Kamera

Abends, wenn die Stadt in ihren Lich­tern erwacht. Wenn man in der Stra­ßen­bahn sitzt und hin­aus­schaut. Die Schei­ben zu durch­sich­ti­gen Spie­geln wer­den. Sich das Innen und Außen der Bahn über­la­gert. Reflexe erschei­nen, von denen unsi­cher bleibt, woher sie stam­men. Ein Flow der Augen, schier unbe­merkt, solange man ande­ren Ein­drü­cken und Gedan­ken nachhängt.

Kunst aus der Han­dy­ka­mera von Jörg Holtkamp

Der Foto­graf Jörg Holt­kamp hat diese Phä­nome der Lich­ter, Spie­ge­leien und Reflexe zu sei­nem Thema gemacht. Tran­sit (http://www.joergholtkamp.com/index.php?/projects/transit/) heißt die Reihe von Foto­gra­fien. Sie zeigt eine Reise durch den All­tag, die wir kaum bemer­ken. Kon­se­quent nutze er die Handy Kamera, um die magisch wir­ken­den Momente einzufangen.

Die ent­stan­de­nen Bil­der sind groß­for­ma­tig auf­ge­zo­gen. Sie sind grob­kör­nig und rau, schaf­fen eine Balance zu den eher wei­chen und ver­schwom­me­nen Licht­struk­tu­ren. Die Men­schen schei­nen in die­sen Struk­tu­ren auf­zu­ge­hen, sie sind Teil der Über­la­ge­run­gen und Licht­re­flexe, in denen oft unbe­stimmt bleibt, was wozu gehört. Und doch ist diese Welt unge­fähr­det, so als orga­ni­siere sie sich selbst: Gewinnt frei­heit­li­che, um nicht zu sagen, anar­chi­sche Züge.

Die Foto­gra­fien, aber auch die Asso­zia­tio­nen, die ent­ste­hen, kön­nen Betrach­ter fas­zi­nie­ren. Ich habe die Bil­der ver­gan­ge­nes Jahr im Ori­gi­nal, wäh­rend einer Aus­stel­lung in der Künst­ler­ze­che Herne (http://www.kuenstlerzeche.de/) sehen dür­fen. Für mich war die Begeg­nung mit den Bil­dern eine sachte Über­wäl­ti­gung. Seit eini­ger Zeit ist es mög­lich gewor­den, die Bil­der des Düs­sel­dor­fer Foto­gra­fen auch online zu sehen. Die Arbeit hat ein grö­ße­res Publi­kum, auch wei­tere Inter­pre­ta­tion verdient.

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