Mal wieder: E-Books: Verlage gegen Leser
Amazon hat mit dem Kindle einen Preis von 9,99 US-Dollar für E-Books in den USA etabliert. Das gilt auch für neu erschienene Bestseller, die als Hardcover erscheinen. Nach der Vorstellung von Apples iPad kam das Preisgefüge ins Schwanken und amerikanische Verlage verlangen, höhere Preise für elektronische Bücher zu verlangen. Nun sind die neue Preise da, der Amazon-Konkurrent Barnes & Noble hat über Nacht die Preise in seinem Nook-Store um 30 bis 60 Prozent angehoben. Die E-Books sind damit teilweise teurer als das gedruckte Pendant. Nun folgt eine Beschwerdewelle von enttäuschten Anwendern des Nook E-Readers. Zumindest können sie auf andere Quellen zurückgreifen, da das Gerät ePub mit Adobes DRM unterstützt.
Das Signal aus Amerika bedeutet auch für deutsche Kunden nichts Gutes. Es scheint so, als wollten die großen Publikumsverlage das E-Book so lange wie möglich aufhalten. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels besteht auf der Buchpreisbindung auch für E-Books, was zumindest einen einheitlichen Preis über alle Plattformen hinweg garantieren soll — am Preis des gedruckten Buches muss sich der Anbieter indes nicht orientieren. Ein Blick auf das Portal Libreka zeigt, dass die meisten großen deutschen Verlage die elektronischen Ausgaben nur wenig preiswerter anbieten als das Hardcover, mit entsprechenden Folgen: Die Kunden bleiben weg.
Ob der Kundenprotest in Amerika erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten — wenn er es ist, besteht die Hoffnung, dass auch Verlage in Deutschland auf den Kunden zugehen. Derzeit scheint dies aber noch ein weiter Weg zu sein.
http://bookclubs.barnesandnoble.com/t5/eBook-Discussion/Ebook-Prices/td-p/480583

Gewinnmaximierung hin oder her, aber manchmal fragt man sich wirklich nach dem Sinn und Verstand der Verantwortlichen. Dem Kunden muss es verlockend einfach gemacht werden, sich von seinem Geld zu trennen… nicht das Gegenteil