Wer sich für Design interessiert, für den sind Poster eine wortwörtlich großartige Möglichkeit, sich auszuprobieren und gleichzeitig ein bisschen Designgeschichte zu studieren. Denn Poster und Plots, wie sie auch Flyerpilot druckt, gibt es schon lange. Ein Blick auf die Plakate der olympischen Winterspiele von 1924 bis 2010 ist lustig und lehrreich zugleich.
Die Spiele von Chamonix 1924 warben noch recht jugenstilhaft für sich. Ein riesiger Greifvogel schwebt hier über fünf unkenntlichen Sportlern in einem Bob. Der fast martialisch anmutende Vogel trägt in den Klauen einige mit einer französischen Flagge umwickelte Zweige sowie den Lorbeerkranz der Sieger. Der Kampfgeist der Athleten wurde hiermit ganz sicher entfacht. Weit nüchterner dann das Plakat zu den Spielen von St. Moritz 1928. Eine olympische Flagge, eine Schweizer Flagge sowie ein schneebedecktes Bergmassiv: die Olympiade genial auf drei Bilder verkürzt.

Ein Schmunzeln entlockt dem heutigen Betrachter der arische Athlet auf dem Plakat für Garmisch-Partenkirchen 1936. Ganz zeitgemäß reckt dieser schöne Adonis eine Hand siegreich in den Himmel. Nach dem Krieg dann, 1948, kehren die Winterspiele zurück nach St. Moritz und entdecken die Leichtigkeit des Lebens neu: Eine aufgehende Sonne beleuchtet den makellosen Schnee und zwei sinnierende Skifahrer, und selbst der noch dunkle Himmel ist von fröhlich-bunten Sternen beglänzt. Es lebe der Frieden!

Ganz im Stil der 50er Jahre kommt das Plakat für Oslo 1952 daher. Gedeckte, fast neblige Farben zeichnen fröhlich im Wind flatternde, an Skistöcke geknotete Fahnen.

Von nun an wird es grafisch schlichter, die Formen geometrischer, die Farben – besonders in der 70ern und 80ern – neutraler und, wie ich finde, langweiliger. Lustig wird es dann wieder in den 90er Jahren. Albertville 1992 hat eine für das Jahrzehnt typische poppige Stiftzeichnung, Lillehammer 1994 ein an Höhlenmalerei erinnerndes Gekritzel.
Die diesjährigen Spiele von Vancouver wurden mit einem Plakat beworben, das den Betrachter emotional anspricht. Vom Meer über die Wälder, Berge und den Himmel ist die gesamte natürliche Welt abgebildet. Athleten und Zuschauern wird versprochen, dass diese Spiele glühende Herzen („glowing hearts“) hervorrufen werden. Hier sieht man den Geist der umweltkatastrophen– und terrorgeplagten Welt von 2010: Olympische Spiele sind nicht mehr nur Sport, sie sind Völkerverständigung für das Fortbestehen unserer Welt. Eine ganze Menge Inhalt für ein Sportereignis!
Eine tolle Zusammenschau dieser Poster findet man auf webexpedition. Klicken Sie sich rein und verraten Sie uns in einem Kommentar auf unserem Blog, welches Ihr Lieblingsplakat ist.
Und wer sein eigenes Plakat in der Hand halten möchte: Die Online-Druckerei Flyerpilot druckt Poster und Plots in unzähligen Formaten (DIN-Formate, Panorama, Quadrat, 4:3 usw.), in Papierstärken zwischen 100 und 190 g und in praktischen kleinen Auflagen.













