Absolutes Google-Ranking nicht mehr so wichtig

Trends von der ad:tech in San Francisco

Seit Mon­tag tref­fen sich auf der adTech in San Fran­cisco Onlinemarketing-Experten aus aller Welt, um neue Trends, Chan­cen durch das iPad, per­so­na­li­sierte Such­er­geb­nisse und Wer­bung auf Twit­ter zu dis­ku­tie­ren. Oli­ver Weiß, Coun­try Mana­ger des Such– und In-Text-Netzwerks Mirago, ist vor Ort.

Wie ist die Stim­mung auf der ad:tech?

Oli­ver Weiß: Der Opti­mis­mus ist zurück­ge­kehrt. Für 2010 sagen die Exper­ten für den US-Onlinewerbemarkt ein Umsatz­wachs­tum von 14 Pro­zent, für 2011 wei­tere zehn Pro­zent vor­aus. Die größ­ten Zuwächse erwar­tet man in den Berei­chen Such­ma­schi­nen– und Videowerbung.

Was sind die wich­tigs­ten Themen?

Weiß: Viel wird über die zuneh­mende Frag­men­tie­rung und Kom­ple­xi­tät der digi­ta­len Welt dis­ku­tiert. Neue End­ge­räte, mehr Publis­her, mehr Agen­tu­ren, mehr Ana­ly­se­da­ten, neue Wer­be­mo­delle, Real-Time-Content und erwei­terte Tar­ge­ting­me­tho­den machen Kam­pa­gnen­pla­nung und –umset­zung für Online­mar­ke­ter immer komplizierter.

In sei­ner Keynote machte Jaime Cohen Szulc, Glo­bal CMO von Levi Strauss, deut­lich, dass man einen gewis­sen Kon­troll­ver­lust in der Mar­ken­füh­rung akzep­tie­ren muss, sich dafür aber neue Chan­cen eröff­nen. Es werde immer wich­ti­ger, authen­tisch zu sein, etwas für seine Ziel­gruppe zu tun und die Unter­neh­mens­kul­tur im Gleich­ge­wicht zwi­schen Bestän­dig­keit und Anpas­sungs­fä­hig­keit zu hal­ten. Nur dann eröffne sich die Chance, dass Kon­su­men­ten eine Marke tra­gen und weiterentwickeln.

Wie wird das iPad als Mar­ke­ting­in­stru­ment bewertet?

Weiß: In sei­ner Keynote gab Chris Ander­son vom Wired Maga­zine zu, dass er dem iPad zunächst ziem­lich skep­tisch gegen­über­stand, weil viele andere Tablet-PCs zuvor die hohen Erwar­tun­gen nicht erfüllt hätten.

Adobe und Wired arbei­ten der­zeit an einem kom­plett neuen Ansatz für die Pro­duk­tion von Inhal­ten für die Tablet-PC-Ära. Dies wäre ein ech­ter Schritt in Rich­tung einer Medi­en­pro­duk­tion für das 21. Jahr­hun­dert. “Das ist das erste Mal in mei­nem Berufs­le­ben, dass ich einen Weg für das digi­tale Maga­zin­ge­schäft im 21. Jahr­hun­dert sehe“, sagte Anderson.

Was gibt es Neues in der Suchmaschinenoptimierung?

Weiß: Durch zahl­rei­che Erwei­te­run­gen wird die Aus­gabe von Google-Suchergebnissen zukünf­tig immer indi­vi­du­el­ler. So wer­den bald sowohl der Stand­ort, als auch die vor­her­ge­hen­den Such­an­fra­gen und die wahr­schein­li­che Suchab­sicht wie Shop­ping oder Recher­che jedes ein­zel­nen Users bei der Aus­gabe berück­sich­tigt. Es kann also sein, dass zwei User mit exakt der­sel­ben Anfrage kom­plett unter­schied­li­che Such­er­geb­nisse erhalten.

Schon heute kön­nen User über die indi­vi­du­el­len Optio­nen die Aus­gabe beein­flus­sen. Für Opti­mie­rer wird also die Frage nach dem abso­lu­ten Ran­king immer unwich­ti­ger. Zen­trale Metrik für SEO wird viel­mehr die Traf­fic­menge, die man für einen bestimm­ten Begriff erhält und die Kon­ver­si­ons­rate pro Keyword.

Gab es Feed­back zu Twit­ters neuem Anzeigenformat?

Weiß: In den USA ist Twit­ter im April mit dem Sys­tem „Pro­mo­ted Tweets“ gestar­tet. In der ers­ten Phase sol­len Tweets von Wer­be­kun­den in die Such­er­geb­nisse inte­griert wer­den, in der zwei­ten auch in alle mög­li­chen Twitter-Clients und in die indi­vi­du­el­len Time­lines der User ein­ge­bet­tet wer­den. Ob die­ses Modell erfolg­reich sein wird, hängt davon ab, wie intel­li­gent Wer­be­trei­bende die­ses neue Tool nut­zen und ob Twit­ter seine Tech­no­lo­gie so opti­miert, dass wirk­lich ein rele­van­ter Zusam­men­hang zwi­schen Wer­be­bot­schaft und Nut­zer­in­ter­esse her­ge­stellt wer­den kann.

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