Start neuer Top-Level-Domains wird mit Spannung erwartet
Schon eine interessante Geschichte mit diesen Top-Level-Domains: Auch wir haben wie die meisten Unternehmen in Deutschland für die Internet-Adresse die deutsche Länderendung .de gewählt. Wer uns intuitiv mit der allgemeinen Top-Level-Domain .com sucht, der kann von der erscheinenden Site auf die Online-Druckerei wechseln. Durch die zusätzliche Wahl der Top-Level-Domain Österreichs mit www.flyerpilot.at ist das Unternehmen voll im Trend. Denn: Eine Markt-Studie der Domain-Handelsplattform Sedo zeigt: Domains mit der Endung des Nachbarlandes konnten im Jahr 2009 im Handel den größten Sprung verzeichnen und hatten mit einem Durchschnittspreis von 1541 Euro eine Preissteigerung um 42 Prozent zum Vorjahr. Jede fünfte .at-Adresse soll mittlerweile bereits deutschen Unternehmen, Privatleuten oder Organisationen gehören. Mit Spannung erwartet werden zudem neue Top-Level-Domains, die ganz andere Adressen und Wortspiele ermöglichen sollen.
Der Grund für die Beliebtheit der österreichischen Adressen ist klar: Vor der Einführung der neuen, bereits seit 2008 erwarteten Top-Level-Domains ist der deutschsprachige Markt eben begrenzt, .at erscheint da vielen Unternehmen und Privatleuten als gute Alternative oder sinnvolle Investition in eine Zusatzadresse. Natürlich spielt auch der Preis eine große Rolle: .at-Domains sind einfach günstiger als die Endungen .de (Anteil bei den länderspezifischen Adressen deutscher Sites: 54 Prozent) und .com (Anteil bei den allgemeinen Adressen.: 74 Prozent). Mit 55 Millionen Euro beziffert die Sedo GmbH das Handelsvolumen im Jahr 2009 insgesamt. 38.675 Domains wurden nach Sedo-Angaben im Jahr 2009 auf der Handelsplattform verkauft. Gesteuert wird dieser riesige Markt immer noch von der ICANN, Internet Corporation for Assigned Names and Numbers. Die Möglichkeiten, sie sind weiterhin begrenzt, denn neben den Länderendungen gibt es nur eine eingeschränkte Zahl zugelassener allgemeiner Endungen wie .com für „commercial“ oder .org, das ursprünglich einmal ausschließlich für Non-Profit-Organisationen gedacht war. Kein Wunder, dass einige der aus zwei Zeichen bestehenden Länderdomains besonders gefragt sind. Aktuell war das wieder beim Handel der Vergabestelle VeriSign mit .tv-Adressen Anfang April 2010 zu beobachten. .tv ist ursprünglich die Adresse des Inselstaats Tuvalu im Pazifik, für den klassischen Fernseh-Bereich und Web-TV wird sie gerne genutzt.
Alternativen zu den länderspezifischen Domains, davon gibt es aktuell noch wenige. .mobi für Dienste, die die Nutzung von mobilen Endgeräten unterstützen, gehört dazu. Oder .travel, das für die Reise-Branche gedacht war, sich aber nicht wirklich durchsetzen konnte. Neue Top-Level-Domains sind bereits seit dem Sommer 2008 im Gespräch. Da hatte die oberste Domain-Verwaltung ICANN eine Lockerung der Regeln beschlossen. Wann diese technisch umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Lange Zeit wurde die Freigabe für 2009 erwartet, nun ist unter Fachleuten oft vom Jahresende 2010 oder dem Beginn des nächsten Jahres die Rede. Adressen mit Endungen wie .berlin oder .shop werden hoch gehandelt. Was dran ist am Wirbel, wird sich zeigen. Nicht immer muss es das große Ding werden.
Die Handelsplattform Sedo prognostiziert derweil in ihrer Marktstudie für 2010 eine weiter steigende Nachfrage nach der Top-Level-Domain .org. Für länderspezifische Domains erwarten die Händler sinkende Preise. Der Grund: Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen gehen online. Und sind dabei sparsam.















